My very first time: auf dem Barcamp DUS

Was haben Krümelmonster, ein Buffy Sing Along, Quadrocopter und Lean Startup gemeinsam? Richtig, sie alle waren Bestandteil des ersten Düsseldorfer Barcamps (#barcampDUS), das am vergangenen Wochenende in den gemütlichen Räumlichkeiten von RP Online stattfand. Auch für mich war es das erste Barcamp und – soviel steht fest – es wird nicht das letzte gewesen sein.

Lockere Atmosphäre

Mit einer gewissen Newbie-Unsicherheit, gepaart mit einer riesigen Portion Neugier machte ich mich am vergangenen Samstag auf den Weg zu meinem ersten Barcamp in Düsseldorf Herth.

Das Gebäude von RP Online
Das Gebäude von RP Online

Es begrüßte mich eine angenehm entspannte, hochgradig kommunikative Atmosphäre, so dass ich nach meinem Checkin und beim ersten (dank der Sponsoren kostenlosen) Kaffee auch direkt ins Gespräch kam. „Was machst Du beruflich? Ich das auch Dein erstes Barcamp? Wie läuft denn das ab?“ Es wurde viel Barcamp-Basiswissen gestreut und von alten Hasen bereitwillig geteilt. Dabei fällt direkt auf: das „Du“ ist bei Barcamps Pflicht, was der Kommunikation immens zu Gute kam und – wie im und ums Internet herum üblich – ohnehin bei derartigen Veranstaltungen als Standard bezeichnet werden kann.

Und im Nu war die Unsicherheit verflogen und ich fühlte mich direkt heimisch. Ja, hier gehörte ich hin. That’s the place to be!

Spannende Sessions

Wie bei Barcamps üblich, startete der erste Tag nach dem entspannten Ankommen mit einer Begrüßung, Vorstellungsrunde und der anschließenden obligatorischen Session-Planung. Wie ich lernen durfte, sind Sessions Blöcke von jeweils 60 Minuten (bzw. Empfehlung sind 45 Minuten, um auch mal Päuschen einlegen zu können), die während der Session-Planung kurz vorgestellt und je nach Interesse der Teilnehmer (ein wichtiger Begriff bei Barcamps) auf Räume und Zeiten verteilt werden.

Zeitungsmord

Session Nr. 1 bot direkt schmerzhaftes. Unter dem Titel „Zeitungsmord“ referierte @ERTRAEGLICHKEIT über den digitalen Mob („digitale Bürgerwehr“), die sich in allerhand Fällen der Selbstjustiz bedienten und das Internet als Informationswerkzeug nutzten.

@ERTRAEGLICHKEIT berichtet über den digitalen Mob
@ERTRAEGLICHKEIT berichtet über den digitalen Mob

Die schlimmste Erkenntnis dabei: wehe wenn sie losgelassen – dann kann es unschuldige Menschen ganz böse treffen. Bestes Beispiel waren zwei Männer, die man beim Boston Marathon als potenzielle Terroristen ausgemacht hatte – anhand hahnebüchender „Indizien“. Sie waren natürlich unschuldig, landeten dennoch auf dem Titelblatt einer Zeitung.

Vom Spielen und Lethargie

Tim Bruysten verstand es in der 2. Session, uns das Thema Gamification näher zu bringen. Da mich das Thema hochgradig interessiert, klebt ich förmlich an seinen Lippen und gewann einige neue Erkenntnisse aus der Praxis. Alles in allem eine großartige Session!

Leider musste ich im Anschluß schon die heiligen Hallen verlassen, doch Sonntag sollte es ja noch einen 2. Tag geben, auf den ich mich wie ein kleines Kind freute…

Tag 2 – mindestens genauso interessant wie Tag 1

Dank schmerzender Knochen (ja ja, man wird halt nicht jünger) vom vorabendlichen Hosen-Konzert in der Düsseldorfer Esprit-Arena gönnte ich mir ein wenig Schlaf und schlug erst zur Session-Planung beim Barcamp auf. Wie mir zu Ohren kam, hatten viele Teilnehmer am Abend noch mächtig Spaß in der Altstadt und bei einer Druckereiführung bei der Rheinischen Post.

Dennoch ging es keineswegs schleppend los. Zahlreiche neue oder vertiefende Sessions wurden angeboten und im Nu war der Tagesplan auch schon voll. Und was soll ich sagen? Die Zeit verrann wie im Fluge. 1 Stunde pro Thema ist zwar nicht viel, doch ich fand es erstanlich, wie viel sich in dieser Zeit an Wissen und Erfahrung transportieren lässt, wenn Interesse vorhanden ist. Und genau das ist das schöne an Barcamp-Mentalität, doch dazu gleich mehr.

Mobile Apps…

…sind in aller Munde. Doch worauf es bei der Entwicklung zu achten gilt, stellte Sebastian Scheele kurz vor und entfachte damit eine rege Diskussion. Den einen oder anderen Tipps konnte ich jedenfalls mitnehmen…

Agile Werte

Kontrovers diskutierten wir in der Session „Agile Werte“, dessen Grundlage eine zunehmende Verwässerung von Scrum in der Praxis war. Konsens war es, dass im Grunde jeder von uns nach agilen Werten handelt, auch wenn der betriebliche Rahmen dies nicht vorsieht. Dabei diskutierten wir auch Randbereiche, lethargische Unternehmen / Industrien (am Beispiel der Musikindustrie), deren Möglichkeiten schon vor langem hätten genutzt werden können.

Spotify hätte vor 15 Jahren schon existieren können.

Am Ende dieser gehaltvollen Session kondensierten wir die im folgenden Bild gezeigten Kernwerte heraus, die ich gerne als Auffrischung mit in meinen beruflichen Alltag nehme. Außerdem bleibt festzuhalten, dass die Einführung agiler Methoden eine Investition sind und nicht etwa ein gehyptes Strohfeuer, um Kosten zu sparen.

Agile Werte
Agile Werte

Mobile Apps selber bauen…

Jens vom Pottblog kam wie die Jungfrau zum Kinde an die Tobit-Software Chayns und stellte seine Erfahrungen bei der Erstellung einer iPhone-App für den pottblog intensiv vor.
In diesem Kontext kamen wir auch auf die Plattform fiverr zu sprechen, bei der sich ab 5$ „beliebig bescheuerte Sachen kaufen“ lassen. Leif berichtete von eiinem kleinen Experiment: der App-Entwicklung bei fiverr für 5 Dollar. Die ganze Story lest Ihr hier.

Letztlich stand fest: für Einsteiger oder einfache Anwendungsbereiche taugt Chayns durchaus, fiverr nur, wenn man das Endergebnis selbst nachbearbeiten kann und dass professionelle App-Entwicklung letztlich dich in Profihände gehört (Überraschung! :-)).

UFO?

Richtig technisch und rechtlich schwerfällig wurde es bei Ingos Session über Quadrocopter, bei der ich neben den rechtlichen Rahmenbedingungen (letztlich für mich ein Grund, mir keinen Quadrocopter zu kaufen) auch einen echten Quadrocopter fliegen sehen durfte. Zwar spielten uns bis zu 7 Windstärken einen Streich beim Outdoor-Flug, dank der Rheinischen Post durften wir den kleinen Kerl in einer leeren Halle fliegen lassen.

Arbeiten wie im Barcamp

Als (leider) letzte Session des Barcamps entschied ich mich für eine thematisch ähnliche Session wie „Agile Werte“. Es ging um „Arbeiten wie auf dem Barcamp“. Eine faszinierende Idee. Und letztlich gibt es dafür bereits Konzepte. Stichworte „Agiles Manifest“ und „Kanban„.

Berthold stellte ein recht simples Konzept vor, das sich letztlich aus einem Daily Scrum und einem Kanban Board zusammensetzt und letztlich sogar im privaten Leben funktionieren kann (ich bin geneigt, das mal zu testen).

Basis des Ganzen ist natürlich wieder eine agile Mentalität, die sich entwickeln muss und nicht per Order aufoktroyiert werden kann. Gerade in großen Unternehmen meiner Erfahrung nach ein Problem…

Bye, bye!

Tja, und dann war das Wochenende auch schon wieder vorbei. Die Abschluss-Session brachte den einen oder anderen Verbesserungsvorschlag (mehr Mett! :-)) zu Tage, das Fazit war aber durchweg positiv.

Auch  ich bin begeistert von der Organisation, der Location, den Themen und nicht zuletzt all den Menschen und Eindrücken.

Sonstige Eindrücke

Ich habe versucht, meine Eindrücke und Gefühle in einigermaßen sinnvolle Sätze zu verpacken. Es gelang mir nicht wirklich. Daher habe ich mich für folgende TagCloud entschieden, die meine sonstigen Eindrücke der zwei Tage zusammenfasst.

TagCloud - meine Eindrücke vom Barcamp
TagCloud – meine Eindrücke vom Barcamp

Danke!

Ein dickes Dankeschön sage ich den Sponsoren Simyo, RP Online, DocMorris, mehrwert und circIT, die dieses Event tatkräftig unterstützt und den Eintrittspreis für 2 Tage mit 15 Euro wirklich überschaubar gehalten haben.

Ein spezieller Dank geht an circIT, die das gesamte Wochenende ein stabiles WLAN bereitstellten – und das für 200 Internetverrückte. 🙂

Last but not least: vielen Dank an all die guten Feen, die für unser leibliches Wohl sorgten und im Hintergrund fungierten.

Danke!

Fazit

Ich mach’s kurz: das Event gefiel mir außerordentlich gut. I’ll be back!

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